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Aug 11 2016

Rückblick auf eine ramponierte und stillgelegte Fabrik

Faber Files Hero Factory KonzeptposterChristian Faber hat auf seinem Blog ein neues Bild veröffentlicht, nämlich ein altes Konzept-Poster für Hero Factory, dessen Grafikstil von Pixars „Die Unglaublichen“ inspiriert ist. Der Titel des Blog-Posts deutet aber schon darauf hin, dass es in seinem Post eigentlich um mehr gehen sollte; nämlich um Fabers Verbitterung darüber, wie LEGO mit Hero Factory umgegangen ist.

Den Kommentaren unter Fabers Post konnte ich entnehmen, dass der Post ursprünglich noch einen Text enthielt, der im Nachhinein jedoch wieder entfernt wurde. Mit Hilfe von Google konnte ich aber zumindest einen Ausschnitt dieses Textes ausfindig machen. Demnach war für Hero Factory ursprünglich offenbar viel mehr vorgesehen, als die tatsächliche Umsetzung vermuten lässt:

Update: Mittlerweile wurde Fabers vollständiger Text auf anderen Webseiten wiederveröffentlicht. Nachfolgend könnt ihr die Übersetzung dieses vollständigen Textes lesen:

Die letzte HF-Episode „Invasion from below“ („Invasion aus dem Inneren der Erde“) ist in ihrem Erscheinungsjahr zum meist-angesehenen Inhalt auf LEGOs Website eworden. Gleichzeitig kennzeichnete sie aber auch das Ende von Hero Factorys kurzem Leben. Sie wurde aus vielen verschiedenen Gründen kritisiert, aber hier sind ein paar persönliche Ansichten zu dieser ramponierten Fabrik.

„Invasion from Below“ hatte ein sehr niedriges Budget und wurde von Advance und Ghost gemacht, die auch all die Animationen für das ursprüngliche Bionicle gemacht hatten. Die Episode war eine Plackerei, da die Geschichte während der Produktion dramatisch verändert wurde. Sie sollte definitiv noch fortgesetzt waren, da (natürlich) die Königin noch lebte und der Fall für die HF nicht abgeschlossen war. Die Synchronsprecher wurden aus Budget-Gründen ausgetauscht, da wir nicht das Budget für die alten Synchronsprecher hatten.

Ich habe sowohl bei Bionicle als auch bei HF von Anfang an mitgearbeitet und kann euch sagen, dass das Resultat der Arbeit, die in die Schöpfung des HF-Universums geflossen ist, viel tiefer war als die frühen Grundsteine von Bionicle. Wir wollten alles nutzen, was wir von Bionicle gelernt hatten, aber etwas erschaffen, das vollkommen anders als Bionicle und doch genauso episch und groß war; und darum haben wir etwas erschaffen, was wir als „Echtzeit-IP“ bezeichneten; das bedeutet, dass es keine Legende war, sondern tatsächlich jetzt gerade irgendwo in einer anderen Galaxie stattfindet. Wir wollten unsere Gegenwart widerspiegeln, aber in einem Tech-Aufbau. In gewisser Weise inspiriert durch den Humor von Pixars „Die Unglaublichen“.

Die Hintergrundgeschichte von HF ist sehr tief und episch, und enthält Geheimnisse, die nie genutzt wurden. Sie sind immer noch in der riesigen Konzept-Bibel, die ich aufbewahre. Ich hoffe, dass ich sie euch eines Tages zeigen und zu einem geeigneten Zeitpunkt einen ausführlichen Blog-Post über HF und seine Entstehung schreiben kann. Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass die Hero Factory nur als Sprungbrett in dieses gewaltige Story-Universum dienen sollte, und dass die Geschichte viel persönlicher werden sollte, nachdem die Wahrheit über die Fabrik ans Licht kommt. Die Idee einer Fabrik, die nach Spezifikation arrogante Helden baut, war in Wahrheit eine Provokation für die ganze legendäre Helden-Geschichte, die wir in Bionicle erzählt hatten. Den wahren Helden hätten wir anderswo gefunden… 🙂 Fortsetzung folgt…

Auch bei BIONICLE G2 haben viele Fans den Eindruck, dass die Leute, die direkt an der Entwicklung des Reboots beteiligt waren, große Ambitionen hatten, die aber von LEGO zunichte gemacht wurden. Vermutlich war das der Anlass für diesen Blog-Post.

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Über den Autor

Toa-Nuva

Toa-Nuva

Toa-Nuva ist der globale Moderator des Chronist-Forums und ein langjähriger BIONICLE-Fan. Er veranstaltet monatlich das traditionelle Chatevent des Chronisten, zu dem ihr alle herzlich eingeladen seid.