Hallo Freunde,
es war zu erwarten, aber jetzt ist das Undenkbare eingetreten: Die 13. Ausgabe des Inoffiziellen Deutschen BIONICLE-Magazins, jetzt bekannt als Der Chronist, wird nicht mehr im Februar erscheinen, sondern frühestens am 6. März. Dafür gibt es mehrere Gründe. Hier die wichtigsten:
1) Hoffnungslose Überarbeitung. Der Chefredakteur und der Vermischtes-Kolumnist versinken in Arbeit und bemühen sich händeringend, wieder Herr der Lage zu werden.
2) Verspätete Artikel. Nicht alle Übersetzungen sind fertig und auch die HF-Kolumnisten sind im Zeitverzug.
3) Es wäre schön, den letzten Glatorianercomic, "Wiedergeburt", bereits in der 13. Ausgabe zu veröffentlichen. Daher pokere ich darauf, dass er noch in dieser oder Anfang nächster Woche seinen Weg in amerikanische Briefkästen und dann ins Internet findet.
Mit Ausgabe 12.5 hattet ihr ja praktisch eine Februarausgabe, also sollte das für diesen Monat immerhin ein Trost sein.
Außerdem muss ich folgende Dinge ankündigen, die zwar noch nicht definitiv, aber sehr wahrscheinlich sind:
1) Aufgrund des Erscheinens von "Die Reise endet" wird "Die Querung" wahrscheinlich eine Pause einlegen und erst im Mai wieder erscheinen. Ob ich das vierte Kapitel noch in die Ausgabe stelle hängt vom Platz und von meiner Freizeit ab.
2) Die Märzausgabe (nach der bisherigen Nummerierung die 14. Ausgabe) wird vermutlich entfallen. Ich gerate langsam in den Stress der Abivorbereitung und weiß nicht, ob ich da Zeit finden werde, noch etwas zu machen.
3) Die Prüfungen sind aber am 24. April vorbei, also werde ich von da an wieder Luft haben, um eine Ausgabe zu erstellen, sodass es wohl Ende April, Anfang Mai zu einer extralangen Ausgabe kommen wird, die den Verlust der Märzausgabe wettmachen soll.
4) Sollte die Märzausgabe entfallen, wird dafür gesorgt werden, dass auf CM im Exklusivbereich in regelmäßigen Abständen Online-Inhalte veröffentlicht werden, die euch die Zeit vertreiben werden.
Als kleines Dankeschön für euer Verständnis folgt nun der erste Teil von "Die Reise endet, Kapitel 1" (aus Platzgründen in Spoilertags gehüllt):
Eine einsame Gestalt stand vor einer uralten Festung. Seine Reise war lang und voller Tücken gewesen. Jetzt schien es, als wäre sie an ein plötzliches und sehr frustrierendes Ende gekommen.
Das Gebäude vor ihm hatte keine sichtbaren Türen oder Fenster. Es gab kein Zeichen, dass irgendwer darin lebte, weder jetzt noch in den jüngeren Jahren. Die frischen Fußabdrücke eines Agori in der Nähe sagten jedoch, dass dies vielleicht der Ort war. Die Antworten, die er suchte, befanden sich im Innern, dessen war er sich gewiss, doch er war sich weitaus weniger sicher, wie er sie erreichen sollte.
Seine Name war Mata Nui. Einst, vor nur wenigen Monaten, hätte er vom Himmel herabgreifen und das Dach von dem Gebäude abreißen können. Eine komplexe Sensorvorrichtung hätte den Agori oder jede andere Person oder jedes Objekt, das er suchte, von der Nachbarwelt aus lokalisieren können. Ein Schritt hätte ihn mehrere kios über das Land tragen können.
Das kam ihm vor wie in einem anderen Leben. Damals lebten sein Verstand und sein Geist in einem Wunderwerk der Ingenieurskunst, das fast 12200 Kilometer in die Luft aufragte. Aber er war aus jenem Körper vertrieben und auf die Wüstenwelt Bara Magna verbannt worden. Ohne die Kraft der Maske des Lebens, die er trug, hätte er jetzt nicht einmal einen Körper. Wie die Dinge standen, war er nur etwas mehr als zwei Meter fünfzehn groß, anfällig für Schmerz und Hunger und Durst, und weit entfernt von der Macht, Welten zu erschüttern.
Zwei Meter fünfzehn, dachte Mata Nui. Ich hasse es echt, klein zu sein.
Bara Magna war für Mata Nui in vielerlei Hinsicht eine Offenbarung gewesen. Er hatte Freunde unter den Glatorianern und Agori gefunden, die hier lebten. Er war in ihren Kampf gegen die plündernden Skrall und Knochenjäger hineingezogen worden. Er hatte sogar Beweise gefunden, dass die Großen Wesen, seine Schöpfer, einst über diese Sandflächen gewandert waren.
Einer jener Beweise war eine Münze gewesen, die von einem Agori-Schrottsammler namens Berix gefunden worden war. Gefertigt aus einem Metall, das angeblich im Norden abgebaut wurde, entsprach das Muster auf dem Kopf der Münze dem auf den Schilden der Skrall. Zuerst sah es nur wie eine Ansammlung vernetzter Linien aus. Aber als Mata Nui mehr über diesen Planeten erfuhr, besonders über die Großen Wesen und ihre Werke, erkannte er, dass das Muster weit mehr als nur Verzierung war. Es war nicht nur Kunst oder ein Symbol irgendeines abstrakten Konzepts. Es war eine Karte.
Aber, fragte er sich, eine Karte wovon?
Die Antwort verdankte er einem Agori namens Crotesius, der ihm erzählte, an einer gescheiterten Expedition in den Norden teilgenommen hatte, die auf der Suche nach dem „Tal des Labyrinths“ war. Er war zurückgekehrt, ohne es zu finden, aber einer seiner Begleiter, Tarduk, war wieder aufgebrochen, um die Suche wieder aufzunehmen. Mata Nui beschloss, das Tal zu suchen und herauszufinden, was im Herzen des Labyrinths liegen mochte.
Nun hatte jene Mission ihn hierher gebracht, zu einer Festung ohne Türen in der Mitte eines weitläufigen Steinlabyrinths. Nach wochenlanger Reise und vielen Gefahren war er nun hier, mit einem weiteren Rätsel konfrontiert, für das es keine einfache Lösung gab.
„Bei den Großen Wesen, ich habe genug davon“, knurrte Mata Nui. Seine Stimme hallte von den Gipfeln wider, die ihn umgaben.
Erstaunlicherweise kam eine Antwort. Die Worte kamen aus der Festung, obwohl es keine Spur von irgendjemandem gab, der sie sprach. Sie trieben auf einem Flüstern durch die Luft, das so leise war, dass er es über das Geräusch der Brise hinweg beinahe nicht mitbekam.
„Was suchst du?“
Mata Nui machte zwei schnelle Schritte nach vorne und starrte zu der Festung hinauf. „Den Eingang“, sagte er.
Es gab ein langes Schweigen. Dann wiederholte die Stimme. „Was suchst du?“
„Ich würde gerne eintreten“, erwiderte Mata Nui lauter. „Aber ich sehe keinen Weg, das zu tun.“
Diesmal zögerte die Stimme nicht mit einer Antwort. Als sie antwortete, lag eine Spur von Eisen in ihrem Tonfall, als verlöre der Sprecher die Geduld.
„Was suchst du? Was ist deine Last? Was bringt dir Leben und Tod?“
Also stellt sie keine Fragen, dachte Mata Nui. Es stellt Rätsel. Diese Festung und das Labyrinth, das sie umgibt, wurde entwickelt, um jeden fernzuhalten, der die Macht der Großen Wesen aus eigennützigen Gründen benutzen möchte. Wenn ich also hier nicht die richtigen Antworten gebe...
Er gestattete sich selbst, sich zu fragen, ob Tarduk es so weit geschafft hatte, und wenn ja, hatte er dann die falschen Antworten geliefert? Was dann? Hatten die Großen Wesen Fallen aufgestellt, um potenzielle Eindringlinge zu zerstören? Waren seine Schöpfer wirklich so gnadenlos?
Wonach suchst du? Es ist eine sehr gute Frage, gab er zu. Als ich auf Bara Magna ankam, war alles, was ich wollte, wegzukommen und mein Volk vor der Bosheit meines Feindes Makuta zu retten. Ich wusste damals nicht, dass dieser Ort eine Verbindung zu meinen Ursprüngen hatte. Ich wusste nicht, dass ich hier vielleicht die Antworten auf Fragen finden konnte, die ich nie gestellt hatte.
Mata Nui setzte sich auf den Boden und starrte die Steinwände der Festung an. Er würde sich seine Antwort sehr gründlich überlegen müssen.
Nochmal danke für euer Verständnis,
Nuhrii the Metruan

For the night is dark and full of terrors.